Ernährung Griechischer Landschildkröten

Eine abwechslungsreiche und artgerechte Fütterung / Ernährung ist Grundvoraussetzung für die Gesundheit der Griechischen Landschildkröten.

Futterpflanzen fuer LandschildkroetenIn den nachfolgenden Beiträgen zeigen wir dir einige gut geeignete Futterpflanzen, Futtermittel und geben Fütterungstipps. Du wirst sehen, dass es nicht schwer ist, unsere Griechischen Landschildkröten gesund zu ernähren. Neben der Auswahl des richtigen Futters sollte man unbedingt darauf achten, auch abwechslungsreich zu füttern. Man neigt doch leider häufig dazu, das am einfachsten zu beschaffende Futter zu geben.

In manchen älteren Büchern findet man leider immer noch Futtertipps, die ungeeignet sind. Verzichte bitte auf die Fütterung von z.B. Eisbergsalat, Gurken oder Tomaten. Auch Obst hat auf dem Speiseplan nichts zu suchen. Wir hören immer wieder das Argument „meine Schildkröten fressen das aber so gerne“. Ja, das stimmt leider! Bei uns Menschen ist es doch nicht anders. Uns schmecken auch ganz viele Lebensmittel, die auf Dauer aber ungesund für uns sind. Wir möchten das hier noch mal in aller Deutlichkeit sagen. Zahlreiche Gemüse und vor allem Obstsorten schmecken den Landschildkröten sehr gut. Sie haben aber nichts auf dem Futterplan zu suchen.

Schildkroete frisst MalvenbluetenEs gibt auch andere „Leckerbissen“, die wesentlich gesünder sind. Versuche es mal mit z.B. Malven- oder Hibiskusblüten! Deine Landschildkröten werden es mögen und regelrecht darüber herfallen.

Bei der Auswahl der richtigen Futterpflanzen müssen wir auch die Jahreszeit und damit verbunden die natürliche Vegetation in den ursprünglichen Lebensräumen unserer Griechischen Landschildkröten beachten. So können wir im Frühjahr viel frisches Futter anbieten. Während in den heißen Sommermonaten mehr getrocknetes Futter auf dem Speiseplan stehen sollte. In den natürlichen Habitaten finden Griechische Landschildkröten im Hochsommer meistens auch nur verdorrte Pflanzen. Wir nutzen im Frühjahr das große Angebot frischer Pflanzen und trocknen einige davon für den Sommer. Zusätzlich füttern wir ganzjährig und vor allem im Sommer die Heupellets der Firma Agrobs.




Ernährungstipps

Im folgenden möchten wir dir die wichtigsten Tipps für eine gesunde und artgerechte Ernährung der Griechischen Landschildkröten in Kurzform geben:

  • hauptsächlich frische Wildpflanzen, Wildkräuter und Blüten füttern
  • immer aufgeweichte Heupellets anbieten (im Sommer mehr als im Frühjahr): AGROBS Testudo ist das ideale Beifutter mit hohem Rohfaseranteil
  • Nahrungsbedarf der Schildkröten ändert sich naturbedingt im Jahresverlauf
    • im Frühjahr hauptsächlich junges und saftiges Futter
    • im Sommer eher vertrocknete und faserreiche Pflanzen
    • eine regelmäßige Beigabe von Heupellets ist jetzt sehr wichtig; zeitweise können sie auch ausschließlich gefüttert werden
  • geeignete Pflanzen:
    • Löwenzahn, Wegerich, Brennnessel, Distel, Bärlauch, Rainkohl, Knoblauchrauke, Giersch, Klee, Huflattich, Acker-Stiefmütterchen, Frauenmantel, Braunelle, Taubnessel, Stockrose, Malve, Eibisch,  Wegwarte, Mohn, Schafgarbe, Margerite, Klettenlabkraut, Zaunwinde, Kamille, Nachtkerze, Esparsette, Knöterich, Storchschnabel, Funkie, Walderdbeerblätter, … Bei Wikipedia gibt es eine Liste einiger Futterpflanzen mit Beschreibung.
    • ein idealer Begleiter bei der Suche nach geeigneten Futterpflanzen ist das Handbuch der Futterpflanzen für Schildkröten und andere Reptilien
      von Marion Minch. Absolut empfehlenswert!
  • ungeeignet:
    • Obst und Gemüse
    • Fleisch, Hunde- und Katzenfutter
    • aber auch auf Schildkrötentrockenfutter/-fertigfutter verzichten
    • giftige Pflanzen: Efeu, Buchsbaum, Eibe, Engelstrompete, …
  • Futter nicht immer an gleicher Stelle ablegen, sondern im Gehege verteilen und die Schildkröten zu natürlicher Futtersuche animieren
  • auch mal einen Tag in der Woche kein Futter anbieten
  • keine Zugabe von Vitaminpräparaten, da die nötige Vitaminversorgung durch einen abwechslungsreichen Mix aus Wildpflanzen geregelt wird
  • falsche Ernährung kann zu schweren Nieren- und Leberschäden, Panzerwachstums-störungen, Höckerbildung, Gicht und letztendlich zum Tode führen
  • immer Sepia-Schalen für eine zusätzliche Kalziumversorgung anbieten
    • keine Kalk- oder Mineralpräparate übers Futter streuen
    • die Landschildkröten können selber viel besser entscheiden, wie viel sie brauchen
  • ständig frisches Wasser anbieten (z.B. in Blumenuntersetzern aus Ton)
    • ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit ist wichtig
    • gelegentliches Baden (ca. alle 3-4 Wochen) in handwarmen Wasser ist möglich (gilt nur für Jungtiere)

 

Wichtige Futterergänzungen
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Auf den folgenden Seiten findest du detaillierte Informationen zu:

 

Neues Buch „Der Schildkröten-Gärtner“ von Thorsten Geier

In der Reihe „Ratgeber zur Haltung Europäischer Landschildkröten“ von Thorsten Geier ist vor ein paar Tagen Band 2 mit dem Titel „Der Schildkröten-Gärtner – Naturnahe Ernährung Europäischer Landschildkröten“ erschienen. Wir haben uns bereits ein Exemplar sichern können und werden es demnächst ausführlich in unserer Literaturliste vorstellen.

"Der Schildkröten-Gärtner" von Thorsten Geier
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Kurzvorstellung

Wer so lange nicht warten möchte, dem geben wir schon jetzt einen kurzen Einblick in das Buch. Auf ca. 300 Seiten erfährst du viele Details, um deine Landschildkröten möglichst naturnah ernähren zu können.

Was ist eine naturnahe Ernährung

Zu Beginn erklärt Thorsten Geier die Hintergründe, warum eine naturnahe Ernährung wichtig ist und was lange Zeit in der Landschildkröten-Haltung häufig falsch gemacht wurde. Leider sind manche Verhaltensweisen noch heute bei einigen Haltern anzutreffen. Daher ist das Buch sicherlich auch für so manch „alten Hasen“ noch eine Bereicherung.

Wie der Titel des Buches schon verrät, wird besonders viel Wert auf eine naturnahe Ernährung unserer Pfleglinge gelegt. Anhand von Vergleichen mit den Ursprungshabitaten zeigt Thorsten Geier sehr deutlich, welche Fehler wir bei der Fütterung häufig machen. Dabei gibt er gleichzeitig sehr hilfreiche Tipps, wie wir so manches besser machen können. Sehr wichtig ist, dass wir uns vor Augen halten, welche Vegetation die Schildkröten in ihrer Heimat antreffen. Dies müssen wir im Jahresverlauf auch bei der Fütterung unserer Tiere beachten. In diesem Zusammenhang weist Thorsten Geier deutlich darauf hin, dass zu einer artgerechten Ernährung auch die selbstständige Futteraufnahme gehört. Wir dürfen unseren Schildkröten nicht immer an der selben Stelle einen „Futterhaufen“ anbieten, sondern müssen die Pflanzen im Gehege verteilen. So sind sie gezwungen, sich wie in der Natur auf die Futtersuche zu begeben.

Thorsten Geier weist in seinem Buch immer wieder darauf hin, dass die naturnahe Ernährung optimal ist, wenn wir nicht hinzufüttern, sondern die Schildkröten die im Gehege wachsenden Pflanzen fressen. Das ist sicherlich erst ab einer gewissen Gehegegröße machbar, sollte aber nach Möglichkeit von jedem Schildkrötenhalter angestrebt werden.

Geeignete Futterpflanzen

Im zweiten Teil des Buches stellt Thorsten Geier über 65 geeignete Futterpflanzen vor. Neben zahlreichen Fotos der einzelnen Pflanzen zur einfacheren Bestimmung gibt er Tipps und Hinweise, wie sie für eine artgerechte Fütterung eingesetzt werden können.

An dieser Stelle möchten wir erwähnen, dass das Buch primär nicht zur Pflanzenbestimmung geeignet ist. Hierfür gibt es andere Bücher, die sich speziell mit der Bestimmung einzelner Pflanzen auseinandersetzen. Speziell im Bereich der Schildkrötenliteratur sind hier die Bücher von Wolfgang Wegehaupt und Marion Minch empfehlenswert. Beide Bücher sind hilfreich bei der Bestimmung einzelner Pflanzen und sagen dir, welche Pflanzen als Futter gut geeignet sind. Magst du eine noch detailliertere Pflanzenbestimmung vornehmen, ist der Kosmos-Naturführer „Was blüht denn da?“ empfehlenswert.

Hilfreiche Bücher zur Pflanzenbestimmung
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Die eigene Pflanzenzucht

Pflanzenzucht im Garten für LandschildkrötenWie der Titel des Buches schon verrät, gibt Thorsten Geier mit seinem neuesten Buch auch hilfreiche Tipps für die eigene Anzucht geeigneter Futterpflanzen. Diesen Teil des Buches werden wir uns in Selbstversuchen genauer anschauen und später darüber berichten, ob die Tipps bei uns auch funktionieren.

Kurzfazit

Auch wenn wir es noch nicht komplett gelesen haben, so können wir schon jetzt sagen, dass es absolut empfehlenswert ist. Wer sich beim Sammeln der Wildkräuter etwas schwer tut und vielleicht Angst hat, seinen Schildkröten das falsche anzubieten, bekommt hier einen super Überblick der gängigsten Wildkräuter. Zudem wird beim Lesen des Buches sehr deutlich klar, warum wir eine naturnahe Fütterung anstreben sollten und wie wir das am besten umsetzen können.

Weitere empfehlenswerte Bücher des Autors

Der Klassiker von Thorsten Geier ist das Buch „Fester Panzer – weiches Herz“. In unseren Augen gehört das Buch zu jeder Grundausstattung, wenn man sich mit dem Thema Landschildkröten beschäftigt und sich eine eigene Gruppe im Garten halten möchte.

Band 1 aus der Reihe „Ratgeber zur Haltung Europäischer Landschildkröten“ widmet sich ausschließlich dem Thema Winterstarre. Das Buch haben wir bereits ausführlich beschrieben. Hier geht es zu unserer Buchempfehlung zur Winterstarre.

Naturnahe Ernährung Griechischer Landschildkröten mit Wildkräutern

Wildkräuter im Gehege säen

Ein wichtiger Teil der naturnahen Haltung Griechischer Landschildkröten ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Wir haben dir schon die wichtigsten Ernährungstipps und artgerechtes Futter auf unserer Homepage vorgestellt. Griechische Landschildkröten sollten fast ausschließlich von Wildkräutern ernährt werden. Und was liegt da näher, als eine eigene Wildkräuter-Wiese oder mehrere Stellen mit Wildkräutern im Gehege anzulegen. Sind die Wildkräuter einmal gewachsen, haben unsere Schildkröten eine gute Futterauswahl zur Verfügung.

Geeignete Wildkräuter zur Ernährung Griechischer Landschildkröten

Wir wollen dir hier nur exemplarisch ein paar Wildkräuter (Malve, Esparsette, Wiesenknopf und Spitzwegerich) zeigen, die das ideale Futter für Griechische Landschildkröten sind:

Ob die eigenen Wildkräuter im Gehege als Futter ausreichen, hängt ein bisschen von der Größe des Geheges ab. In kleineren Gehegen ist es schwieriger, eine ausreichende Menge Wildkräuter groß zu ziehen und es muss zusätzlich noch bei gefüttert werden. Ideal wäre es, wenn man unterschiedliche Gehegebereiche abtrennen könnte und hier den Wildkräutern die nötige Zeit zum Wachsen gibt. Diese verschiedenen Bereiche könnte man dann im Laufe eines Jahres den Schildkröten zugänglich machen. Ansonsten ist es sehr wahrscheinlich, dass die Schildkröten schon einen großen Teil der jungen Triebe direkt fressen.

Unser Gehege ist nicht groß genug für eine ausschließliche Ernährung mit frei wachsenden Wildkräutern. Wir säen die Wildkräuter verteilt im Gehege und stellen so unseren Schildkröten abwechslungsreiches Futter zur Verfügung. Durch das unstrukturierte Wachsen der Wildkräuter im ganzen Gehege, schaffen wir es, dass nicht direkt am Anfang alle Jungpflanzen gefressen werden und zudem unterstützen wir damit die natürliche Futtersuche unserer Griechen.

Wildkräuter Saatgut von AGROBS
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Aussaat der Wildkräuter

Wildkräuter können von Frühjahr bis Herbst ausgesät werden. Wir nutzen das doch eher feuchte Wetter im Frühjahr und Herbst zur Aussaat, da man dann meistens nicht noch selber bewässern muss. In heißen Sommermonaten vergisst man vielleicht mal zu bewässern und schnell sind die Jungpflanzen dann abgestorben. Um die Bewässerung möglichst einfach und ohne viel Aufwand machen zu können, lohnt sich für den Garten die Investition in einen automatischen Wasserschlauchaufroller. Diese praktischen Schlauchboxen können an der Wand montiert werden und der Gartenschlauch bequem herausgezogen werden. Eine integrierte Aufrollautomatik rollt den Gartenschlauch nach Gebrauch mühelos und komfortabel auf.

Wildpflanzen gedeihen i.R. am besten auf mageren, nährstoffarmen Böden. Da wir unsere Schildkrötengehege im Frühjahr und Herbst kalken, bieten sie meistens eine gute Grundlage. Die meisten Wildkräuter-Samen sind Lichtkeimer. Das bedeutet, sie brauchen Licht zum Keimen. Anders wie bei vielen Kulturpflanzen üblich, wird die Aussaat nicht unter die Erde gebracht.

Wir verstreuen die Samenmischungen auf der angerauten Erde und drücken sie leicht an. Bei der Aussaat darauf achten, dass die Samen nicht zu dicht ausgebracht werden, da die Pflanzen sich sonst gegenseitig behindern und nicht gut wachsen. Damit die Samen nicht direkt von unseren Schildkröten oder Vögeln gefressen werden, geben wir eine dünne Schicht lockere Erde oben drauf. Nach der Aussaat sollte man darauf achten, dass der Boden nicht vollständig austrocknet. Aber auch nicht zu heftig wässern, damit die Samen nicht weggeschwemmt werden.

Die Keimdauer ist bei Wildpflanzen sehr unterschiedlich und es können ein paar Wochen vergehen, bis man erste Keimlinge sieht. Also nicht direkt nach 2 Wochen aufgeben, wenn noch nichts zu sehen ist. Um den Wildkräutern mehr Gelegenheit zum Wachsen zu geben, kannst du sie auch in Töpfen vorziehen. Die schönsten Wildkräuterwiesen bekommst du aber meistens nur, wenn du deine Schildkröten eine zeitlang davon fernhalten kannst.