Winterstarre

Informationen, Berichte und eigene Erfahrungen zur artgerechten Winterstarre Griechischer Landschildkröten:

  • Bedeutung der Winterstarre
  • naturnahe Vorbereitung
  • erfolgreiche Überwinterung.

Winterstarre – Informationen und Tipps

Zunächst möchten wir dir die wichtigsten Informationen und Tipps zur Winterstarre in Kurzform geben:

  • alle unsere Landschildkröten halten eine ca. 3-4 monatige Winterstarre
  • dabei macht es keinen Unterschied, ob es Schlüpflinge, junge oder adulte Schildkröten sind
  • Winterstarre ist Grundvoraussetzung für eine gesunde und widerstandsfähige Griechische Landschildkröte
  • Vorbereitung auf die Winterstarre beginnt im September/Oktober (Tage werden kürzer und kälter, Nachts sinken die Temperaturen unter 10-15°C)
  • Achtung: da sehr häufig im September schon Temperaturen unter 10-15°C vorkommen, muss jetzt schon zugeheizt werden, damit die Schildkröten nicht zu früh in die Winterstarre fallen
  • bei fehlender/verminderter Strahlungswärme werden die Tiere träge und der Stoffwechsel langsamer
  • die Schildkröten fressen jetzt weniger
  • da Schildkröten wechselwarme Reptilien sind, sinkt mit der Außentemperatur auch ihre Körpertemperatur und sie fallen schließlich in die Winterstarre
  • unsere Tiere sind bis zum Beginn der Winterstarre im Freigehege/Frühbeet
  • mit technischer Unterstützung halten wir die Temperaturen im September und Anfang Oktober noch über 12-15°C und senken sie dann bis Mitte November auf unter 10°C
  • die Schildkröten vergraben sich nun
  • jetzt ist die Zeit gekommen, sie in den Kühlschrank zu bringen; eine Überwinterung ist auch im Frühbeet, Gewächshaus oder Lichtschächten möglich
  • Überwinterung im Kühlschrank: Boxen gefüllt mit feuchtem Erde/Laubgemisch aus dem Frühbeet, eine feuchte Laubschicht oben drauf, Temperatur 3-7°C, Erde immer leicht feucht – NICHT nass – halten, Kühlschrank zum Luftaustausch wöchentlich kurz öffnen
  • Ende der Winterstarre:
    • Anfang März, wenn es noch kalt aber relativ frostfrei ist, stellen wir die Boxen ins Frühbeet; darauf achten, dass die Sonne das Frühbeet nicht zu schnell aufheizt
    • die Schildkröten haben jetzt Gelegenheit langsam wach zu werden
    • nachdem sich alle von alleine ausgebuddelt haben, heize ich langsam dazu und steigere die Beleuchtungsintensität

 

Weitere Informationen, Berichte und eigene Erfahrungen zur artgerechten Winterstarre findest du in den folgenden Beiträgen!




Buchempfehlung zur Winterstarre

Zur Jahreszeit passend möchten wir dir hier eine Buchempfehlung zur Winterstarre geben. Bereits im letzten Jahr ist im Kleintierverlag ein hervorragendes Buch von Thorsten Geier zum Thema Winterstarre bei Europäischen Landschildkröten erschienen.

Buchempfehlung zur Winterstarre
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Im September und Oktober befassen sich hoffentlich alle Halter Griechischer Landschildkröten mit dem Thema Winterstarre. Wer seinen Tieren ein artgerechtes Leben ermöglichen möchte, muss ihnen auch die Winterstarre ermöglichen. Viele neue Schildkrötenhalter bekommen bei dem Gedanken an die Winterstarre ein mulmiges Gefühl und sind sehr verunsichert. Das können wir sehr gut nachvollziehen. Uns ging es in den ersten Jahren auch nicht anders. Wenn man sich aber anschaut, wie die Schildkröten in ihren natürlichen Habitaten leben und versucht, diese Eigenschaften möglichst naturnah im eigenen Freigehege umzusetzen, dann steht einer gesunden Winterstarre nichts im Wege. Im September muss man sich bereits mit dem Thema beschäftigen, da in unseren Gegenden die Temperaturen dann meistens schon zu niedrig sind. In unserem Beitrag September – zu früh für die Winterstarre haben wir ein paar Hinweise und Tipps zusammengestellt, wie du deine Schildkröten einen artgerechten Herbst ermöglichen könnt. Der darauf folgende Beitrag Oktober – Vorbereitung auf die Winterstarre enthält viele Informationen, wie Schildkröten optimal auf die Winterstarre vorbereitet werden.

Als wir 1998 unsere ersten beiden Schildkröten bekamen, gab es auch schon einige Bücher, die sich mit der Haltung Griechischer Landschildkröten auseinandersetzten. Aber viele enthielten doch teilweise merkwürdige Haltungsempfehlungen und das Thema Winterstarre war meistens nur sehr kurz behandelt. Seitdem hat sich glücklicherweise doch vieles geändert und heute hat man sehr gute Fachliteratur zur Auswahl. Die, wie wir finden, besten Bücher haben wir in unserer Bücherliste Landschildkröten zusammengestellt.

Buchempfehlung zur Winterstarre

Und hier kommen wir nun zurück zu unserer Buchempfehlung zur Winterstarre. Das Buch Winterstarre bei Europäischen Landschildkröten: Naturnahe Vorbereitung und erfolgreiche Überwinterung von Thorsten Geier beschäftigt sich ausschließlich mit der Winterstarre und darf in keiner Buchsammlung fehlen. Es lässt keine Fragen offen und ist sehr empfehlenswert.

Das Buch ist Band 1 einer Ratgeberreihe zur Haltung Europäischer Landschildkröten. Es bietet klar und übersichtlich dargestellte Informationen zur Bedeutung der Winterstarre für unsere Schildkröten, wie eine naturnahe Vorbereitung aussieht und wie Landschildkröten bei uns eine erfolgreiche Überwinterung durchführen können. Das Buch ist sehr gut für Schildkröten-Neulinge geeignet und nimmt Ihnen die Angst vor der Winterstarre. Der ganze Ablauf der Wintestarre inkl. der nötigen Vorbereitung und anschließender Aufwachphase ist hier sehr gut und verständlich beschrieben. Aber auch für erfahrene Halter ist es ein sehr zu empfehlendes Nachschlagewerk. Sie finden hier wertvolle Informationen, die den ein oder anderen sicherlich zum Nachdenken anregen, was an der eigenen Überwinterungsmethode optimiert werden kann.

Thorsten Geier beschreibt in seinem Buch, was die Winterstarre ist, wie sie in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet aussieht und welche wichtige Bedeutung sie für unsere Schildkröten hat. Mit dieser Grundlage schildert Thorsten Geier, wie die Vorbereitung auf die Winterstarre bei uns durchgeführt werden kann. Sehr detailliert setzt er sich dann damit auseinander, welche Überwinterungsorte, -möglichkeiten und Substrate bei uns in Frage kommen. Er vergleicht die verschiedenen Überwinterungsmöglichkeiten und gibt Tipps, wie eine naturnahe Überwinterung hier durchgeführt werden kann. Aber auch mögliche Probleme vor, während oder nach der Winterstarre werden benannt und hilfreiche Tipps dazu gegeben. Sehr interessant finde ich das Kapitel „Irrtümer bei der Überwinterung“. Es nennt viele Fehler, die teilweise leider immer noch in vielen Foren und Webseiten verbreitet werden. Gerade Neulinge die sich auf das Internet „verlassen“, werden hier einige Falschaussagen wieder finden. Aber auch erfahrene Halter werden sicherlich die ein oder andere Ansicht/Methode überdenken. Wie es sich für ein gutes Schildkrötenbuch gehört, sind auch viele aussagekräftige Bilder enthalten.

Kurz gesagt: sehr empfehlenswert!

Winterstarre bei Europäischen Landschildkröten: Naturnahe Vorbereitung und erfolgreiche Überwinterung

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September – zu früh für die Winterstarre

Griechische Landschildkröten, die wie unsere im Freigehege gehalten werden, registrieren sehr gut, dass sich die Tageslänge nun verkürzt und die Intensität der Sonne abnimmt. Die Folge ist, dass sie ab September schon etwas träger werden. Das ist ein ganz natürlicher Vorgang und dient der Vorbereitung auf die Winterstarre. In unserem Klima fällt die Durchschnittstemperatur im September aber meist zu schnell im Vergleich zu den natürlichen Habitaten der Landschildkröten.

Auch dieses Jahr haben wir Anfang September bereits die ersten kalten Nächte mit Temperaturen um die 10°C. Folgen mehrere solcher kalten Nächte aufeinander, besteht die Gefahr, dass unsere Schildkröten sich zu früh auf die Winterstarre einstellen. Für den Beginn ist der September zu früh für die Winterstarre. Das müssen wir verhindern und unseren Schildkröten die Möglichkeit geben, ihre „Betriebstemperatur“ bis ca. Ende Oktober halten zu können. Nur mit einer ausreichenden Körpertemperatur bleiben sie aktiv und fressen weiterhin. Das gilt sowohl für unsere adulten und semiadulten Tiere, als auch für unsere Jungtiere, die im Übrigen auch ab dem ersten Jahr bereits eine ca. 3-4 monatige Winterstarre halten. Aber dazu später mehr.

herkoemmlicher HalogenstrahlerUm den Sommer unserer Schildkröten zu verlängern, haben wir zusätzliche Licht- und Heizquellen in den Frühbeeten installiert. Als Lichtquelle benutzen wir solche herkömmlichen Halogenstrahler. Diese kommen bei uns auch bei länger anhaltenden Schlechtwettertagen im Sommer zum Einsatz.

Elstein KeramikstrahlerFür die nötige Wärme sorgen Keramik Infrarot-Wärmestrahler (auch Elstein-Strahler genannt). In Verbindung mit einem Thermotimer (z.B. Lucky Reptile Thermo Control PRO II), der bei Unterschreiten einer einstellbaren Temperatur die Heizstrahler einschaltet, lassen sich so ideale Temperaturbedingungen für die Schildkröten schaffen. Am Ende des Beitrages findest du einen Preisvergleich und Online-Shops, bei denen du die Produkte kaufen kannst. Unser Thermotimer ist so eingestellt, dass in den Frühbeeten nachts Temperaturen von mindestens 13-15°C sind. Die künstliche Sonne tagsüber scheint im September noch 8 Stunden täglich. Wird aber dann ab Ende September wöchentlich um 1 Stunde verringert.

Ab ca. Ende Oktober schalten wir dann die zusätzlichen Lichtquellen aus und sorgen nachts dafür, dass die Temperaturen nicht unter 6°C sinken. So können sich die Landschildkröten dann auf die Winterstarre vorbereiten. Viele weitere Tipps zur Winterstarre haben wir hier „Haltung und Pflege – Winterstarre“ zusammengefasst.

Gönne deinen Tieren den Luxus eines warmen Herbstes und einer anschließenden mehrmonatigen Winterruhe, die bei einer artgerechten Haltung der Griechischen Landschildkröten Pflicht ist.

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Vorbereitung auf die Winterstarre

Oktober – Vorbereitung auf die Winterstarre

Es ist Anfang Oktober und unsere Schildkröten sollten sich jetzt langsam mit der Vorbereitung auf die Winterstarre beginnen. Die Intensität der Sonne wird immer geringer, die Tage kürzer und die Nachttemperaturen niedriger. Dies haben die Schildkröten bereits im September wahr genommen. Dies ist auch wichtig und entspricht ihren natürlichen Verhaltensweisen. Aber damit sie nicht zu früh in die Winterstarre gehen, haben wir im September – zu früh für die Winterstarre – bereits mit technischen Hilfsmitteln für einen  warmen und sonnigen Herbst gesorgt und müssen das auch weiterhin machen. Ähnlich wie die Schildkröten ihn in ihren Ursprungshabiten vorfinden würden.

Artgerechte Vorbereitung auf die Winterstarre

Ich lese und höre immer wieder, dass Schildkrötenhalter ihre Tiere in der Übergangszeit in ein Zimmerterrarium setzen. Aber hier ist eine artgerechte Vorbereitung auf die Winterstarre nicht möglich. Auch wenn wir draußen mit technischen Hilfsmitteln für einen sonnigen Herbst sorgen müssen, so sind doch dass Tag/Nacht-Temperaturgefälle und die abnehmenden Sonnenstunden draußen wichtig für die Vorbereitung auf die Winterstarre. Das ist in einem Zimmerterrarium kaum realisierbar. Daher bleiben all unsere Schildkröten im Freigehege mit den beheizten Frühbeeten. Dabei sind selbstverständlich auch unsere jungen Nachzuchten. Es gibt keinen plausiblen Grund, warum die Babys sich nicht draußen auf die Winterstarre vorbereiten sollten. In ihren Habitaten leben sie ja auch draußen unter den gleichen Bedingungen wie die adulten Schildkröten. Auch bei der Dauer der Winterstarre machen wir keine Unterschiede zwischen den Babys, den juvenilen und den adulten Boettgeries. Aber dazu später mehr.

Wie bereits im vorherigen Post geschrieben, reduzieren wir ab ca. Ende September die Beleuchtungsdauer wöchentlich um 1 Stunde. Die Babys und juvenilen Schildkröten lassen wir aus ihren Frühbeeten nun nicht mehr raus, um so sichergehen zu können, dass sie bei zu kalten Temperaturen nicht draußen bleiben und dauerhaft noch recht warme Umgebungstemperaturen haben. Bei den juvenilen Schildkröten können wir immer wieder beobachten, dass sie sich bei kühlen Temperaturen früher vergraben als ihre adulten Artgenossen. Das wollen wir verhindern. Unsere adulten Tiere lassen wir noch durchs Freigehege laufen. Hier ist häufig zu beobachten, dass sie mittags einen kleinen Rundgang durchs Gehege machen und dann aber wieder im Frühbeet unter den Lampen liegen. Sollte abends noch eine Schildkröten draußen sein, so setzen wir sie ins Frühbeet. Im Sommer überlassen wir es den Schildkröten, wo sie schlafen. Aber jetzt in der Vorbereitung auf die Winterstarre sollen die Schildkröten keinen Temperaturen unter ca. 12℃ ausgesetzt sein. Tagsüber sind im Lichtkegel der Lampen ca. 40℃. Über einen Thermotimer mit angeschlossenen Keramikheizstrahlern regeln wir die Umgebungstemperaturen in den Frühbeeten und sorgen so für mindestens 12℃.
Bei den nun kühler und kürzer werdenden Tagen können wir sehr gut beobachten, dass die Aktivität unserer Schildkröten abnimmt. Auch die Nahrungsaufnahme wird weniger. Bis Ende Oktober bieten wir unseren Schildkröten noch regelmäßig frisches Futter an. Hier bleibt aber meistens was über, obwohl die angebotene Menge im Vergleich zu Frühjahr und Sommer schon reduziert ist.

Unseren Schildkröten steht täglich frisches Wasser zur Verfügung, da eine gute Wasserversorgung wichtig ist für ein gesundes Überstehen der Winterstarre. Während der Winterstarre müssen wir auch für eine gewisse Substratfeuchte sorgen. Dazu aber ein anderes Mal mehr. Bei den adulten Tieren können wir sehr gut beobachten, dass sie regelmäßig trinken. Die juvenilen Schildkröten sind auch häufig in den Wasserschalen. Hier ist aber eine gezielte, längere Wasseraufnahme nicht so häufig zu beobachten. Daher bekommen unsere juvenilen Schildkröten im August, September und Oktober für ca. 10-15 Minuten ein handwarmes Bad. Die adulten Tiere baden wir nicht, da sie meistens versuchen, direkt wieder das Bad zu verlassen. Diesen Stress möchten wir ihnen nicht antun. Häufiger sollten die Schildkröten aber nicht gebadet werden. Während oder kurz nach dem Bad wird häufig Kot abgesetzt. Eine vollständige Darmentleerung gilt es aber zu vermeiden, da damit auch wichtige Bakterien ausgeschieden werden. Diese sind aber Voraussetzung für eine funktionierende Verdauung. Geben wir unseren Tieren die nötige Zeit, um sich auf die Winterstarre vorzubereiten, so sollte es auch hier keine Probleme geben.

Neben der Wasseraufnahme ist es auch wichtig, für eine leichte Substratfeuchte in den Frühbeeten zu sorgen. In den Habitaten unserer Schildkröten ist es im Herbst morgens leicht feucht. Das Substrat in den Frühbeeten aber würde ohne zusätzliche Wassergabe staubtrocken werden. Das gilt es zu vermeiden. Es darf sich aber auch keine Staunässe bilden. Im Übrigen halten wir auch während der Sommermonate das Substrat der juvenilen Tiere leicht feucht.

Ende Oktober / Anfang November werden alle zusätzlichen Lichtquellen ausgeschaltet und die Fütterung eingestellt. Mit Hilfe der Thermotimer sorgen wir dafür, dass die Temperaturen in den Frühbeeten nicht unter 5℃ fallen. Damit haben wir versucht, unseren Schildkröten eine möglichst artgerechte Vorbereitung auf die Winterstarre zu ermöglichen. Unsere adulten Tiere kommen nun auch nicht mehr aus ihren Frühbeeten. Innerhalb weniger Tage sind dann i.R. alle Schildkröten vergraben. Wir geben ihnen jetzt noch ca. 2 Wochen, in denen sie ihre Winterstarre beginnen. Danach überführen wir alle Schildkröten in den Kühlschrank . . . Dazu im nächsten Post mehr.

Wer sich noch detaillierter mit dem Thema Winterstarre beschäftigen möchte, dem empfehle ich das Buch von Thorsten Geier: „Winterstarre bei Europäischen Landschildkröten: Naturnahe Vorbereitung und erfolgreiche Überwinterung“. Sieh dir dazu unsere Buchempfehlung an.

Winterstarre im Kühlschrank

Anfang November schalten wir alle zusätzlichen Lichtquellen in den Frühbeeten aus und treffen die letzten Vorbereitungen für die bevorstehende Winterstarre im Kühlschrank.

Die Schildkröten vergraben sich im Frühbeet

Mit Hilfe von Thermotimern und Keramikheizstrahlern sorgen wir für eine Lufttemperatur von mindestens 5℃ im Frühbeet. Die Erde in den Frühbeeten ist normale, ungedüngte Gartenerde vermischt mit ein wenig ungedüngter Anzuchterde. Während der Sommermonate halten wir nur die Erde unserer juvenilen Schildkröten feucht. Im Herbst sind alle Frühbeete leicht feucht, nicht nass. Für eine selbstständige Regulierung des Feuchtigkeitshaushalts unserer Schildkröten und ein gesundes Überstehen der Winterstarre ist dies sehr wichtig. Ist die Erde zu trocken, können sich die Atemwege der Schildkröten zusetzen und es besteht die Gefahr eines zu hohen Gewichtsverlusts während der Winterstarre. In verschiedenen Büchern kann man lesen, dass ein Gewichtsverlust von bis zu 5% vertretbar ist. Unsere Schildkröten haben in den letzten Jahren selten nennenswert an Gewicht verloren. Dazu gleich aber mehr. Die Erde aus den Frühbeeten nehmen wir auch für die Überwinterungskisten.

Überwinterungskisten befüllen

Griechische Landschildkröten Nachzuchten in der ÜberwinterungskisteInnerhalb weniger Tage sind i.R. alle Schildkröten vergraben. Wir geben ihnen jetzt noch ca. 2 Wochen, um sich an die kühlen Temperaturen zu gewöhnen. Mitte November füllen wir die Überwinterungskisten mit der Erde und setzen die Schildkröten hinein. Die ein oder andere unserer Schildkröten haben wir schon mal etwas länger in den Frühbeeten suchen müssen, da sie sich teilweise doch mehr als 3-5 cm tief eingraben. Haben wir alle Schildkröten gefunden, füllen wir die Überwinterungskisten zusätzlich noch mit Laub aus unserem Garten. Das dient nachher hervorragend als Feuchtigkeitsspeicher und um das Wasser langsam an die darunter befindliche Erde abgeben zu können. Welches Laub hierzu besser geeignet ist, können wir nicht sagen, da wir keine Vergleiche haben. Wir achten immer darauf, dass es trocken und nicht schimmelig ist. In unserem Garten haben wir Ahorn- und Buchenlaub zur Verfügung stehen.

Griechische Landschildkröte in Überwinterungskiste    mit Erde und Laub befüllte Überwinterungskisten

Winterstarre im Kühlschrank

Winterstarre unserer Schildkröten  im KühlschrankDie so gefüllten Kisten kommen nun in den Kühlschrank. Dazu haben wir einen extra Kühlschrank, der im Winter nur für die Winterstarre unserer Schildkröten genutzt wird. Die Temperatur im Inneren liegt bei ca. 5-7℃. Das sollte 2-3 Wochen vorher in einem Probelauf getestet werden. Eine konstante Temperatur um die 6℃ ist wichtig für eine gute Winterstarre. Steigt die Temperatur zu stark, besteht die Gefahr, dass der Stoffwechsel der Schildkröten wieder aktiver wird und das für die Schildkröten auf ein Ende der Winterstarre hindeutet. Ebenso dürfen aber auch keine Minusgrade im Kühlschrank auftreten, da dies zu Erfrierungen und dem Tod führen könnte. Hierzu können wir aber nichts genaueres sagen, da uns hier glücklicherweise die Erfahrungswerte fehlen. Es sollte kein zu alter Kühlschrank sein, da die meistens sehr laut sind und unruhig sind. Die Vibrationen wenn das Kühlgerät anspringt, sind wahrscheinlich nicht angenehm für die Schildkröten und sollten wir vermeiden. Sind wir sicher, dass der Kühlschrank geeignet ist, kommen die Schildkröten hinein. Wir stellen die Kisten auf die Ablageböden. So bleibt etwas Luft zwischen den einzelnen Kisten und die Schildkröten können ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Dazu öffnen wir 1-2 mal wöchentlich für ca. 1 Minute die Kühlschranktür. Um ein dabei ständiges Angehen der Beleuchtung zu verhindern, haben wir den Kontaktschalter zugeklebt. Das Laub und die Erde in den Überwinterungskisten halten wir leicht feucht.

4 Monate Winterstarre

Jetzt heißt es ca. 4 Monate warten und darauf vertrauen, dass die Natur weiß, was sie macht. Während der Winterstarre können wir uns eventuellen Ausbesserungsarbeiten oder Verbesserungen am Gehege widmen. Dazu und wie wir die Winterstarre im Frühjahr beenden später mehr.

Unsere Jungtiere Anfang März - die ersten beenden ihre Winterstarre

März – Das Ende der Winterstarre einleiten

Unsere Griechischen Landschildkröten halten nun seit ca. 3-4 Monaten ihre Winterstarre. Anfang März ist es nun an der Zeit, dass Ende der Winterstarre und den Beginn der aktiven Zeit einzuleiten.

Winterstarre im Kühlschrank

Winterstarre unserer Schildkröten im KühlschrankWie bereits mehrfach geschrieben, bevorzugen wir die Überwinterung unserer Landschildkröten im Kühlschrank.  Ein Vorteil dieser Methode ist u.a., dass die Temperatur perfekt und gleichmäßig einstellbar ist. Das bedeutet aber auch, dass die Schildkröten im Kühlschrank nichts von den im Frühjahr steigenden Temperaturen mitbekommen und vermutlich zu lange in Winterstarre bleiben. Neben den steigenden Temperaturen spielt auch noch der angeborene Instinkt eine wesentliche Rolle, wenn es darum geht, die Winterstarre zu beenden. Wie lange eine Schildkröte im Kühlschrank bei gleichbleibenden Temperaturen starren würde bzw. könnte, wissen wir nicht. Möchten wir aber auch nicht wissen! Wir sind jedoch fest der Überzeugung, dass die Temperatur beim Beenden der Winterstarre die große Rolle spielt. Also müssen wir bei der Kühlschranküberwinterung den Zeitpunkt mitbestimmen, wann das Ende der Winterstarre sein soll.

Hierzu reicht es aber nicht aus, den Kühlschrank einfach auszumachen. Steht der Kühlschrank im Haus, würde die Temperatur viel zu schnell ansteigen, was gesundheitliche Risiken für Schildkröten birgt.

Aufwachen im Frühbeet

Um unseren Schildkröten die Gelegenheit zu geben, sich langsam an die steigenden Temperaturen zu gewöhnen und sich auf das Ende der Winterstarre einzustellen, setzen wir alle Schildkröten Anfang März vom Kühlschrank wieder ins Frühbeet. Zu Beginn der Winterstarre im November hatten sich alle Tiere in den Frühbeeten vergraben. Dort wurden sie von uns ausgegraben und in Überwinterungskisten in den Kühlschrank gestellt. Zum Ende der Winterstarre machen wir das jetzt wieder rückgängig. Bereits vor ein paar Tagen haben wir die Frühbeete gesäubert, vorbereitet und die Elektrik getestet. Unsere Boettgeries holen wir aus den Überwinterungskisten heraus, setzen sie in die Frühbeete und bedecken sie wieder leicht mit Erde. So sind sie nicht direkt den Temperaturschwankungen durch die Sonnenstrahlen ausgesetzt. Unter dem Plexiglas kann es auch im März bei entsprechender Sonneneinstrahlung schnell warm werden. Die Erde wird sich nun in den nächsten Tage mit zunehmender Sonne langsam erwärmen und die ersten Schildkröten werden sich ausbuddeln.

Da die Sonne im März bei uns noch nicht dauerhaft so intensiv ist und nachts die Temperaturen doch noch stark zurückgehen, nutzen wir zusätzlich Elstein-Strahler, um die Temperatur im Frühbeet schrittweise zu erhöhen. Ziel ist es, dass alle Schildkröten nach maximal 4 1/2 Monaten die Winterstarre beendet haben. Neben unseren adulten Tieren halten übrigens auch alle unsere Nachzuchten eine ebenso lange Winterstarre. In freier Natur können die jungen Schildkröten auch nicht früher ihre Winterstarre beenden, sondern sie sind den gleichen klimatischen Bedingungen ausgesetzt wie die Großen.

Jetzt heißt es aber zuerst, sich noch ein bisschen zu gedulden und den Schildkröten die Möglichkeit geben, langsam aus der Winterstarre aufzuwachen. Wir freuen uns schon jetzt wieder auf unsere Boettgeri-Truppe.

Unsere Jungtiere Anfang März - die ersten beenden ihre Winterstarre

Die ersten Schildkröten beenden die Winterstarre

Vor ein paar Tagen haben wir unsere Schildkröten aus dem Kühlschrank geholt und ins Frühbeet gesetzt, damit sie so langsam ihre Winterstarre beenden. Im Frühbeet hatten wir sie wieder etwas mit Erde bedeckt, damit sie die steigenden Temperaturen langsam erfahren. Die vielen sonnigen Tage in der letzten Woche haben die Erde in den Frühbeeten nun leicht erwärmt.

Ende der Winterstarre

Die ersten Schildkröten haben das registriert und die Winterstarre beendet. In den letzten Tagen haben sich immer mehr unserer Schildkröten ausgebuddelt. Nur noch ein paar wenige sind vergraben. Aber die werden sicherlich in den nächsten Tagen auch aufwachen.

Noch sind alle Schildkröten sehr träge. Sie brauchen immer ein paar Tage, um wieder in Fahrt zu kommen. Vereinzelt haben sie schon gefressen oder die Wasserschale aufgesucht. Wir geben ihnen jetzt noch ca. 1 Woche. Dann werde wir alle kurz baden, um so sichergehen zu können, dass auch alle mal getrunken haben. Anschließend sind unsere Griechen meistens alle aktiv und fressen jetzt auch wieder regelmäßig.