Schildkrötengehege kalken – Gehegepflege im Frühjahr

Wir haben uns auf die Fahne geschrieben, unseren Boettgeries ein möglichst naturnahes Leben zu ermöglichen. Die Schaffung eines gesunden und naturnahen Lebensraums ist essentiell für ihr Wohlbefinden und Langlebigkeit. Orientiert man sich an den natürlichen Habitaten der Griechischen Landschildkröte, muss man unter anderem für einen kalkhaltigen Boden im Gehege sorgen. Das darin enthaltene Calcium ist unerlässlich für den Panzer- und Knochenbau der Schildkröten.

Dolomitkalk für das Schildkrötengehege

Warum das Schildkrötengehege kalken?

Regelmäßiges Kalken ist wichtig ist, um der natürlichen Bodenversauerung entgegenzuwirken, was sich sonst negativ auf den Wuchs der meisten Gehegepflanzen auswirken kann. Der Boden wird mit Kalk angereichert, um den pH-Wert auszugleichen und den Calciumgehalt zu erhöhen. Aber Vorsicht! Nicht zu viel kalken, da man sonst das Gegenteil bewirkt und den Boden auslaugt. Wir kalken unseren Garten und gleichzeitig auch das Schildkrötengehege daher nur einmal jährlich im Frühjahr. Im Gehege bringen wir aber etwas mehr als die empfohlene Menge Kalk aus.

feiner Kalk, ideal für die Verteilung im Gehege

Schildkröten benötigen Calcium für einen gesunden Knochenbau

In den natürlichen Habitaten lebt die Griechische Landschildkröte hauptsächlich auf kalkhaltigen, trockenen Böden. Die auf diesen Böden wachsenden Pflanzen sind das ideale Futter und optimaler Calcium-Lieferant. Manche Pflanzen wachsen auf kalkhaltigen Böden besonders gut. Hierzu zählen z.B. Brennnessel, Klatschmohn, Storchschnabel, Wegwarte, Wilde Möhre um nur ein paar zu nennen. Diese Pflanzen gehören zur bevorzugten Nahrung Griechischer Landschildkröten und sollten auf keinem Futterplan fehlen. Daneben gibt es noch viele weitere „gute“ Futterpflanzen, die weniger kalkhaltige Böden bevorzugen. Ebenso ist aber auch darauf zu achten, dass nicht alle kalkliebende Pflanzen geeignetes Futter für unsere Landschildkröten sind. Schau dir unsere Liste geeigneter Futterpflanzen an.

An dieser Stelle möchten wir direkt erwähnen, dass alleine der kalkhaltige Gehegeboden nicht ausreicht, um unsere Schildkröten optimal mit Kalk zu versorgen. Es ist nur ein Teil unserer Maßnahmen, um unseren Schildkröten artgerechte Haltungsbedingungen zu bieten. Zusätzlich steht unseren Tieren Calcium in Form von Sepia-Schalen zur freien Verfügung. In freier Wildbahn decken sie ihren zusätzlichen Bedarf hauptsächlich durch Fressen von kleinen Kalksteinchen oder Schneckenhäusern. Wer einen Kalksteinbruch in der Nähe hat, kann zusätzlich den Kalkstein als Bodengrund in Teilen des Geheges nutzen. Zusätzlich kann auch noch Muschelgrit im Gehege verstreut werden. Hierzu gibt es aber unterschiedliche Meinungen. Manche sehen in den teilweise doch sehr scharfkantigen Muschelstückchen eine Gefahr für den Verdauungstrakt der Landschildkröten. Wir haben bisher keine schlechten Erfahrungen damit gemacht und dezent verstreuter Muschelgrit verleiht dem Gehege zusätzlich ein schönes mediterranes Flair. Bei all dem Kalkstein und Muschelgrit aber bitte nicht vergessen, dass die Griechische Landschildkröte gerne auch erdigen Untergrund hat. Für weitere Details schau dir bitte unsere Seiten zum Freigehege für die Griechische Landschildkröte an.

Zuletzt aktualisiert am 16. April 2024 um 1:11 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.**

Alternative Kalziumquellen und Ergänzungen

Neben dem Kalken des Geheges gibt es weitere wichtige Möglichkeiten, um deine Griechischen Landschildkröten mit dem lebensnotwendigen Kalzium zu versorgen. Wir bieten unseren Schildkröten ganzjährig Sepiaschalen an, die sie nach Bedarf fressen können. Diese natürlichen Kalziumspender sind nicht nur eine zusätzliche Quelle für dieses essentielle Mineral, sondern dienen gleichzeitig der natürlichen Abnutzung der Schnäbel. Eierschalen sind eine weitere tolle Kalziumquelle. Hiermit haben wir aber nur wenig eigene Erfahrungen. Einige Halter schwören auch auf spezielle Kalziumsupplemente, die im Zoofachhandel erhältlich sind. Hiervon halten wir nichts.

Wichtig ist, dass du auf eine ausgewogene Dosierung achtest, denn sowohl ein Mangel als auch ein Überschuss können gesundheitliche Probleme verursachen. Daher streuen wir nichts übers Futter, sondern bieten unseren Schildkröten Sepiaschalen immer zur freien Verfügung. Abwechslung ist der Schlüssel, und eine Kombination aus direkter Nahrungsergänzung und kalkreichem Boden kann deine Schildkröten dabei unterstützen, stark und gesund zu bleiben.

Wann das Schildkrötengehege kalken?

Schildkrötengehege im Frühjahr, kurz nach der Winterstarre
Das Schildkrötengehege für unsere Testudo hermanni boettgeri Anfang März. Die Winterstarre ist bald vorbei und der Frühling steht in den Startlöchern. Das ist die beste Zeit, das Gehege für die kommende Saison vorzubereiten. An einem trockenen Tag wird das Gehege gekalkt und ein Regenschauer in den folgenden Tagen wird den Kalk in den Boden spülen.

Die Winterstarre ist für uns die richtige Zeit, Arbeiten am Gehege durchzuführen. Die können sehr vielfältig sein. Nicht immer muss es der Neubau eines Schutzhauses sein. Aber die ein oder andere Ausbesserung möchte man dann vielleicht doch machen. Wir nutzen die Zeit auch regelmäßig, um das Gehege zu kalken. Spätestens Anfang März befreien wir das Gehege von liegengebliebenem Laub und schneiden die ein oder andere Pflanze zurück. Wenn wir mit unseren Arbeiten soweit fertig sind, kalken wir das Gehege mit Dolomitkalk. Die Kalkung im Frühjahr während der Winterstarre hat noch zwei weitere Vorteile. Es regnet häufiger, so dass der Kalk jetzt schneller in den Boden gelangt. Und wir gehen der Gefahr aus dem Weg, dass unsere Schildkröten möglicherweise zu viel Kalk direkt mit der Nahrung aufnehmen. Wer es nicht im Frühjahr geschafft hat, kann aber auch noch im Laufe des Jahres kalken, wenn sich ein paar Regentage ankündigen.

Womit das Gehege kalken?

Zusammensetzung von Dolomitkalk

Der oben bereits gezeigte Dolomitkalk hat einen hohen Anteil an Calciumcarbonat und wir setzen ihn bereits seit mehreren Jahren in unserem Garten ein. Daneben eignen sich auch andere gemahlene Kalksteine oder auch Algenkalk. Wichtig dabei ist der hohe Anteil an Calciumcarbonat. Ungeeignet ist Kalk aus Calciumoxid oder Calciumhydroxid, der im Handel oft unter den Namen Branntkalk und Löschkalk erhältlich ist.

Arten von Kalk und ihre Unterschiede

Es gibt verschiedene Arten von Kalk, die für die Bodenverbesserung verwendet werden können, darunter:

  • Gartenkalk (Calciumcarbonat): Dies ist die am häufigsten verwendete Form des Kalks, die langsam wirkt und den Boden allmählich neutralisiert.
  • Dolomitkalk: Enthält neben Calciumcarbonat auch Magnesium, was ihn besonders nützlich für Böden macht, die sowohl an Calcium als auch an Magnesium mangelhaft sind.
  • Branntkalk (Calciumoxid) und Löschkalk (Calciumhydroxid): Diese sind stärker und wirken schneller als Gartenkalk, können aber bei unsachgemäßer Anwendung Pflanzen und Mikroorganismen im Boden schädigen.

Die Auswahl des richtigen Kalks

Es gibt eine Vielzahl von Kalkarten, doch nicht alle sind für das Schildkrötengehege geeignet. Dolomitkalk ist das Mittel der Wahl, reich an Calciumcarbonat und Magnesium, und fördert die Bodengesundheit ohne die Gefahr der Überhitzung oder Schädigung. Im Gegensatz dazu sollte Branntkalk vermieden werden, da er zu aggressiv für den Einsatz im Gehege ist.

Fazit

Unsere Schildkröten profitieren von einem kalkreichen, mageren Boden und einem verbesserten Wachstum der Futterpflanzen. Aber das Kalken ersetzt nicht die direkte Nahrungsergänzung durch Sepia oder Eierschalen. Es geht darum, ein Gleichgewicht zu schaffen, in dem unsere Schildkröten sowohl vom Boden als auch von der zugefügten Nahrung profitieren.

Auf unseren Seiten findest du weitere Informationen über die optimalen Bedingungen für die Haltung von Griechischen Landschildkröten und wie du deinen Garten in ein kleines Stück des Mittelmeers verwandeln kannst.

FAQ – Alles, was du über das Kalken deines Schildkrötengeheges wissen musst!

Warum sollte ich mein Schildkrötengehege kalken?

Das Kalken ist entscheidend, um den natürlichen, kalkhaltigen Lebensraum der Griechischen Landschildkröte nachzuahmen. Es hilft, den pH-Wert des Bodens zu stabilisieren und bietet eine essentielle Calciumquelle für das Panzerwachstum.

Wann und wie oft soll ich das Gehege kalken?

Der ideale Zeitpunkt zum Kalken ist im Frühjahr oder Herbst. In der Regel genügt es, einmal jährlich zu kalken. Die genaue Häufigkeit kann jedoch je nach Bodenbeschaffenheit variieren. Ich persönlich bevorzuge das Frühjahr, bevor die Schildkröten aus ihrer Winterstarre erwachen. Der Regen im Frühjahr hilft zusätzlich, den Kalk schnell in den Boden einzuarbeiten.

Welchen Kalk soll ich nehmen?

Dolomitkalk ist super, weil er neben Calcium auch Magnesium hat. Lass Branntkalk und Löschkalk lieber weg, die sind zu stark.

Wie wirkt sich das Kalken auf die Pflanzen im Gehege aus?

Kalk hilft den für Schildkröten guten Pflanzen beim Wachsen. Aber pass auf, dass du nicht zu viel kalkst, sonst könnte es schaden.

Was passiert, wenn ich zu viel kalken?

Zu viel kann den Boden auslaugen und das natürliche Gleichgewicht stören. Halte dich an die Empfehlungen der Hersteller.

Stört das Kalken meine Schildkröten?

Nein, wenn du richtig kalkst und sie nicht gerade im Gehege sind, ist alles gut.

Kann ich auch normalen Gartenkalk nehmen?

Klar, solang er hauptsächlich aus Calciumcarbonat ist. Aber nimm keinen, der für andere Sachen oder industrielle Zwecke gedacht ist.

Gibt es Alternativen zum Kalken?

Jein, Sepiaschalen oder Eierschalen sind prima Calciumquellen, die aber zusätzlich angeboten werden sollen.

Muss ich kalken, auch wenn ich kalziumreich füttere?

Ja, weil Kalken mehr macht als nur Calcium geben, es hält auch den Boden gesund.

Wie lange muss ich nach dem Kalken warten, bevor meine Schildkröten wieder ins Gehege dürfen?

Warte ein paar Tage, bis der Kalk eingezogen ist, besonders nach Regen. Dann können deine Schildkröten wieder rein.