
Artgerechte Landschildkröten Ernährung
Inhaltsverzeichnis
Futterpflanzen, Calcium und artgerechte Fütterung
Das Wichtigste auf einen Blick
- Landschildkröten sind Pflanzenfresser. Ihre Nahrung besteht aus Wildkräutern, Wiesenpflanzen und Blüten – Obst und Gemüse gehören nicht auf den Speiseplan.
- Die Natur gibt den Plan vor. Rohfaserreiche, energiearme Kost mit hohem Calciumgehalt – so ernähren sich Landschildkröten in ihren natürlichen Habitaten.
- Abwechslung ist essenziell. Einseitige Fütterung führt zu Mangelerscheinungen. Je vielfältiger der Pflanzenmix, desto besser.
- Heu und Heupellets gehören ganzjährig dazu. Sie simulieren die verdorrte Vegetation der Sommerhabitate und liefern lebenswichtige Rohfasern.
- Calcium ist Pflicht. Sepiaschalen sollten dauerhaft im Gehege verfügbar sein – die Tiere regulieren ihren Bedarf selbst.
- Obst, Gemüse und Fertigfutter sind tabu. Zu viel Zucker, Eiweiß und Wasser bringen den Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht.
- UV-B-Licht ist genauso wichtig wie Calcium. Ohne UV-B kann der Körper kein Vitamin D3 bilden – und ohne Vitamin D3 wird Calcium nicht aufgenommen.
- Giftige Pflanzen aus dem Gehege entfernen. Eibe, Buchsbaum, Efeu und andere Giftpflanzen sind eine reale Gefahr.
- Die Fütterung folgt dem Jahresrhythmus. Im Frühjahr saftiges Grün, im Sommer magerer und faserreicher, vor der Winterstarre einstellen.
Was fressen Landschildkröten?
Gesunde Ernährung: Die Natur als Vorbild
Du fragst dich, was Landschildkröten wirklich fressen sollen? Die Antwort liegt im natürlichen Lebensraum. In den Habitaten der Griechischen Landschildkröte (Testudo hermanni) im Mittelmeerraum ist der Boden kalkhaltig und karg. Die Pflanzen wachsen langsamer als bei uns, enthalten mehr Rohfasern und Mineralstoffe, dafür weniger Eiweiß und Zucker. Im Frühjahr gedeihen sie noch üppig, im Sommer sind sie größtenteils verdorrt. Erst im Herbst gibt es wieder frisches Grün.
Bei uns in Mitteleuropa ist der Sommer meistens nicht so trocken. Durchgängig frisches Grünfutter ist verfügbar – und das ist oft viel zu gehaltvoll. Genau deswegen ist eine bewusste, artgerechte Ernährung so wichtig. Ungesunde Ernährung kann auf Dauer zu irreparablen Schäden führen: Höckerbildung am Panzer, Nieren- und Leberschäden, Gicht und im schlimmsten Fall zum Tod.
Schildkröten sind Pflanzenfresser
Neben einem artgerecht eingerichteten Freilandgehege spielt das richtige Futter die grundlegende Rolle für die Gesundheit deiner Schützlinge. Vorab ein ehrlicher Hinweis: Wir haben keine medizinische oder biologische Ausbildung. Unser Wissen beruht auf über 25 Jahren Erfahrung und dem Studium vieler hervorragender Fachbücher. Aber genau diese Praxiserfahrung möchten wir hier mit dir teilen.
Die gute Nachricht: Es ist nicht schwer, Landschildkröten gesund zu ernähren. Wenn du ein paar Grundregeln beachtest, hast du bereits das Wichtigste richtig gemacht.
👉 In unserem ausführlichen Ratgeber erfährst du alles zu den Grundlagen: Grundlagen der gesunden Fütterung – Was, wie viel und wann

Geeignete Futterpflanzen
Was ist gesundes Futter für Schildkröten?
Die Basis einer artgerechten Ernährung bilden Wildkräuter und Wiesenpflanzen von ungedüngten, ungespritzten Flächen. Die Auswahl ist größer, als viele Anfänger vermuten. Es gibt über 200 geeignete Wildkräuter für Landschildkröten. Zu den bewährtesten gehören Löwenzahn, Spitz- und Breitwegerich, Disteln, Brennnesseln, Taubnesseln, Wegwarte, Malven und Glockenblumen.
Entscheidend ist die Vielfalt. Man neigt leider häufig dazu, das am einfachsten zu beschaffende Futter zu geben. Bei uns sind das sicherlich Löwenzahn, Klee und Disteln. Aber einseitige Fütterung birgt zwei Gefahren. Zum einen droht Mangelernährung, weil wichtige Nährstoffe fehlen. Zum anderen gewöhnen sich Schildkröten an bestimmte Pflanzen und verweigern dann anderes Futter. Deshalb ist es ratsam, von Beginn an abwechslungsreich zu füttern.

Ein Wort zur Oxalsäure: Pflanzen wie Sauerampfer, Sauerklee, Spinat oder Mangold enthalten viel Oxalsäure, die im Körper Calcium bindet. In kleinen Mengen und bei abwechslungsreicher Fütterung ist das kein Problem. Diese Pflanzen sollten aber nicht als Hauptfutter dienen. Wer einen bunten Wildkräutermix bietet, kann das Thema entspannt betrachten.
Ein idealer Begleiter bei der Suche nach geeigneten Futterpflanzen ist eine gute Pflanzenbestimmungsapp oder ein gutes Bestimmungsbuch. Im Zweifel gilt immer: Eine Pflanze lieber weglassen, als ein Risiko einzugehen.
👉 Eine ausführliche Übersicht findest du hier: Geeignete Futterpflanzen für Landschildkröten
Wildkräuter im eigenen Gehege säen
Die bequemste und naturnaheste Art, deine Schildkröten zu ernähren, ist eine eigene Futterwiese direkt im Gehege. Wenn du die richtigen Wildkräuter aussäst, können sich deine Schützlinge ihre Nahrung weitgehend selbst suchen – genau so, wie sie es in freier Wildbahn tun würden.
Eine gut angelegte Futterwiese mit rohfaserreichen Wildkräutern spart nicht nur den täglichen Sammelaufwand, sondern fördert auch das natürliche Weideverhalten. Die Tiere sind den ganzen Tag in Bewegung, suchen, selektieren und fressen – das hält sie fit und ausgeglichen.
Unser Gehege misst etwa 40 m² für neun adulte Tiere, und trotz dieser Größe müssen wir regelmäßig zufüttern, weil die Wildkräuter im Gehege schnell abgeweidet werden. Möchtest du, dass sich deine Schildkröten weitgehend selbst ernähren, benötigst du ein deutlich größeres Areal.
👉 Alles zur Anlage einer Futterwiese: Wildkräuter im Gehege säen
Heu und Heupellets: Unverzichtbar das ganze Jahr

Ein Thema, das viele Anfänger überrascht: Heu und Kräuterheu gehören ganzjährig auf den Speiseplan – nicht als Notlösung, sondern als fester Bestandteil der artgerechten Ernährung.
In den natürlichen Habitaten ist die Vegetation im Sommer größtenteils verdorrt. Landschildkröten fressen dort überwiegend trockenes, faserreiches Pflanzenmaterial. Genau das simulieren wir mit hochwertigem Kräuterheu und Heupellets. Diese sind extrem rohfaserreich, reinigen den Darm, halten Parasitenbefall in Grenzen und beugen durch den natürlichen Abrieb sogar Schnabelverformungen vor.
Wir füttern ganzjährig und vor allem im Sommer u.a. die Heupellets der Firma AGROBS. In eingeweichtem Zustand nehmen unsere Tiere sie hervorragend an. Der hohe Rohfaseranteil gleicht die bei uns zu gehaltvolle Sommervegetation aus. Unser Tipp: Gewöhne deine Schildkröten von Anfang an daran, dann akzeptieren sie Heu als selbstverständlichen Teil ihrer Ernährung.
👉 Mehr zu unseren Erfahrungen: AGROBS Landschildkrötenfutter im Test
Calcium: Der Baustein für gesunde Panzer und Knochen
Calcium ist für Landschildkröten lebenswichtig, denn es ist der zentrale Baustein für Panzer und Knochenwachstum. In Kombination mit UV-B-Strahlung (für die körpereigene Vitamin-D3-Bildung) sorgt Calcium dafür, dass der Panzer hart, glatt und gesund wächst. Fehlt Calcium oder UV-B-Licht, kommt es zu Rachitis, weichem Panzer und schweren Deformationen.
Die einfachste und bewährteste Lösung ist eine Sepiaschale (Schulp des Tintenfischs), die dauerhaft im Gehege liegt. Sepiaschale besteht zu etwa 85 Prozent aus Calcium und hat ein hervorragendes Calcium-Phosphor-Verhältnis von über 250:1. Die Schildkröten bedienen sich selbst und regulieren ihren Bedarf eigenständig. Das ist deutlich besser, als wenn wir Kalkpulver über das Futter streuen.

Eierschalen werden gelegentlich als Alternative empfohlen, sind aber nur in sehr fein gemahlener Form verwertbar. Ganze oder grob zerbrochene Eierschalen können Schildkröten kaum verdauen und werden bei uns auch nicht gerne gefressen. Sepiaschale ist daher die deutlich bessere Wahl. Ergänzend kannst du den Bodengrund im Gehege ein- bis zweimal im Jahr leicht mit Dolomitkalk oder Algenkalk anreichern.
Der Zusammenhang zwischen Calcium und UV-B-Licht ist dabei entscheidend: Ohne UV-B-Strahlung kann der Körper kein Vitamin D3 bilden – und ohne Vitamin D3 wird Calcium aus der Nahrung schlicht nicht aufgenommen. Du kannst also noch so viele Sepiaschalen ins Gehege legen: Ohne ausreichend UV-B bleibt das Calcium wirkungslos. Direkte Mittagssonne im deutschen Sommer (UV-Index 6–8) ermöglicht eine effiziente D3-Synthese – je höher der UV-Index, desto kürzer die nötige Verweildauer. Im Frühbeet oder Gewächshaus sorgt eine hochwertige UV-B-Lampe am Sonnenplatz für die nötige Versorgung, wenn natürliches Sonnenlicht nicht ausreicht.
Wichtig: Keine Vitaminpräparate über das Futter geben. Bei einer abwechslungsreichen, naturnahen Ernährung in Kombination mit ausreichend UV-B-Licht sind Zusatzpräparate nicht nötig und auf Dauer sogar gesundheitsschädlich.
👉 Alles zum Thema: [Calcium für Landschildkröten – Sepiaschale, Eierschale und Kalk]
Ungesundes Futter
Dieses Thema ist uns besonders wichtig, denn Fütterungsfehler sind die häufigste Ursache für gesundheitliche Probleme bei Landschildkröten in menschlicher Obhut. Viele dieser Fehler passieren aus Unwissenheit oder weil in älteren Büchern noch Empfehlungen stehen, die heute als überholt gelten.
Obst und Gemüse sind für Europäische Landschildkröten völlig ungeeignet als Dauerfutter. Wir hören immer wieder das Argument: „Meine Schildkröte frisst Tomaten und Gurken so gerne.“ Ja, das stimmt leider. Bei uns Menschen ist es nicht anders. Auch wir essen wissentlich Dinge, die auf Dauer ungesund sind – einfach nur, weil es schmeckt. Tomaten sind ungeeignet, denn ihr ungünstiges Calcium-Phosphor-Verhältnis hemmt die Calciumaufnahme im Darm, und zusätzlich enthaltene Oxalsäure bindet Calcium, bevor es überhaupt verwertet werden kann. Wer regelmäßig Tomaten füttert, riskiert damit eine schleichende Unterversorgung – trotz ausreichend Kalk im Gehege. Obst hat im Speiseplan Griechischer Landschildkröten nichts zu suchen – nicht weil es akut giftig wäre, sondern weil es nicht ihrem natürlichen Nahrungsspektrum entspricht. Der hohe Zucker- und Wassergehalt fördert Fehlgärungen im Darm und kann die empfindliche Darmflora langfristig aus dem Gleichgewicht bringen.
Futtersticks und Fertigfutter aus dem Zoohandel enthalten meistens viel zu viel Eiweiß und sind für Landschildkröten ungeeignet. Ebenso tabu sind Brot, Nudeln, Reis, Hunde- und Katzenfutter – auch wenn die Tiere danach gierig schnappen.
Vitaminpräparate sind bei artgerechter Fütterung nicht nötig. Die nötige Vitaminversorgung wird durch einen abwechslungsreichen Mix aus Wildpflanzen in Kombination mit UV-B-Licht vollständig abgedeckt. Dauerhaft zugegebene Präparate können sogar schädlich sein.
In den ersten Jahren unserer Haltung haben auch wir aus Unwissenheit Gurken, Tomaten und manchmal Erdbeeren gefüttert. Unsere Tiere sind darüber hergefallen. Heute wissen wir es besser – und genau diese Erfahrung möchten wir an dich weitergeben.
👉 Ausführliche Informationen zu Fütterungsfehlern und ihren Folgen findest du hier: [Häufige Fütterungsfehler und ihre Folgen]
Gesunde Leckerbissen – die bessere Alternative

Es gibt auch Leckerbissen, die deutlich gesünder sind als Obst. Versuche es mal mit Malvenblüten, Hibiskusblüten oder Rosenblüten – deine Landschildkröten werden regelrecht darüber herfallen. Auch Gänseblümchen, Löwenzahnblüten und Stockrosenblüten sind bei unseren Tieren extrem beliebt. Blüten sind übrigens auch im getrockneten Zustand sehr beliebt und gesund.
Der Vorteil: Diese Blüten sind nicht nur ungefährlich, sondern liefern sogar wertvolle Nährstoffe. So kannst du deinen Schützlingen etwas Besonderes bieten, ohne ihre Gesundheit zu gefährden.
Giftige Pflanzen: Was nicht ins Gehege gehört
Ein Thema, das bei der Ernährung oft vergessen wird: Giftige Pflanzen im und um das Gehege sind eine reale Gefahr. Schildkröten scheinen instinktiv die meisten Giftpflanzen zu meiden, aber verlassen solltest du dich darauf nicht. Das Tückische: Die Verdauung dauert bei Schildkröten bis zu drei Wochen – Vergiftungssymptome treten erst spät auf und sind dann oft schwer zuzuordnen.
Die gefährlichsten Pflanzen sind Eibe (gilt als giftigste Pflanze für Schildkröten), Buchsbaum, Efeu, Oleander, Lebensbaum (Thuja), Engelstrompete, Fingerhut, Herbstzeitlose und Maiglöckchen. Auch Rhododendron, Azaleen, Wolfsmilchgewächse und Krokus gehören nicht ins oder ans Gehege. Kontrolliere deinen Garten regelmäßig – auch überhängende Äste von Nachbarpflanzen können problematisch sein.
👉 Eine ausführliche Übersicht: [Giftige Pflanzen für Landschildkröten]
Wasser: Immer frisch, immer verfügbar
Ein Thema, das oft unterschätzt wird: Landschildkröten brauchen ständig Zugang zu frischem Wasser. Flache Trinkschalen aus Ton (z. B. Blumenuntersetzer) eignen sich bestens. Sie sollten täglich gereinigt werden und so flach sein, dass die Tiere problemlos daraus trinken können. Schildkröten müssen zum Trinken ihr Maul bequem eintauchen können.

Gelegentliches Baden in handwarmem Wasser kann die Flüssigkeitsaufnahme unterstützen. Jungtiere sollten nicht trocken gehalten werden, sondern neben trockenen und warmen Bereichen auch Zugang zu einem leicht feuchten, grabfähigen Rückzugsbereich haben. Dieser unterstützt die Hydration, ersetzt aber weder frisches Trinkwasser noch eine insgesamt passende Haltung.
Chronische Dehydration ist ein häufiges, aber oft übersehenes Problem. Zu geringe Flüssigkeitszufuhr in Verbindung mit zu trockener Haltung kann zu Nierenschäden führen und kann unter anderem Höckerbildung begünstigen. Wenn ausreichend Trinkwasser und feuchte Rückzugsbereiche im Gehege vorhanden sind, regulieren die Tiere ihren Wasserhaushalt in der Regel selbst.
Ernährungs- & Fütterungs-Tipps in Kurzform
- Hauptsächlich frische Wildpflanzen, Wildkräuter und Blüten füttern – je vielfältiger, desto besser.
- Immer aufgeweichte Heupellets anbieten (im Sommer mehr als im Frühjahr): AGROBS Testudo ist das ideale Beifutter mit hohem Rohfaseranteil.
- Nahrungsbedarf der Schildkröten ändert sich naturbedingt im Jahresverlauf
- im Frühjahr hauptsächlich junges und saftiges Futter
- im Sommer eher vertrocknete und faserreiche Pflanzen
- eine regelmäßige Beigabe von Heupellets ist jetzt sehr wichtig; zeitweise können sie auch ausschließlich gefüttert werden
- Futter nicht immer an gleicher Stelle ablegen, sondern im Gehege verteilen und die Schildkröten zu natürlicher Futtersuche animieren.
- Ein bis zwei Fastentage pro Woche sind natürlich und gesund – in freier Wildbahn finden Schildkröten auch nicht jeden Tag gleich viel Futter.
- Immer Sepia-Schalen für eine zusätzliche Calciumversorgung anbieten
- keine Kalk- oder Mineralpräparate übers Futter streuen
- die Landschildkröten können selber viel besser entscheiden, wie viel sie brauchen
- Ständig frisches Wasser anbieten (z.B. in Blumenuntersetzern aus Ton)
- Keine Zugabe von Vitaminpräparaten – bei abwechslungsreicher Fütterung sind sie überflüssig und potenziell schädlich.
- Falsche Ernährung kann zu schweren Nieren- und Leberschäden, Höckerbildung, Gicht und letztendlich zum Tode führen.
Schildkröte frisst



Häufige Fragen zur Ernährung von Landschildkröten (FAQ)
Europäische Landschildkröten wie die Griechische Landschildkröte (Testudo hermanni) sind reine Pflanzenfresser. Ihre Hauptnahrung besteht aus Wildkräutern und Wiesenpflanzen – Löwenzahn, Wegerich, Disteln, Brennnesseln, Malven und viele weitere. Ergänzend gehören Kräuterheu und Heupellets ganzjährig zum Speiseplan. Obst, Gemüse und Fertigfutter sind ungeeignet.
Nein. Obst und die meisten Gemüsearten enthalten zu viel Zucker und Wasser, zu wenig Rohfaser und ein ungünstiges Calcium-Phosphor-Verhältnis. Auf Dauer können sie Darmflora, Nieren und Leber schädigen. Auch wenn deine Schildkröte Tomaten oder Erdbeeren gerne frisst – sie gehören nicht auf den Speiseplan. Die bessere Alternative sind Wildkräuterblüten wie Malve oder Hibiskus.
In der aktiven Saison empfehlen wir an fünf bis sechs Tagen pro Woche frische Wildkräuter, ergänzt durch Kräuterheu. Ein bis zwei Fastentage pro Woche sind natürlich und gesund – deine Tiere finden im Gehege trotzdem etwas zu knabbern. Heu sollte dauerhaft zur freien Verfügung stehen, auch an Fastentagen.
Ja, Calcium ist für den Panzer- und Knochenbau essenziell. Die einfachste Lösung ist eine Sepiaschale, die dauerhaft im Gehege liegt. Die Tiere bedienen sich selbst nach Bedarf. In Kombination mit ausreichend UV-B-Licht (Sonne oder UV-Lampe) wird das Calcium optimal verwertet.
Diese Frage können wir nicht vollständig beantworten. Wir glauben, dass Landschildkröten instinktiv erkennen, was sie besser nicht fressen sollten – zumindest bei giftigen Pflanzen. Bei Obst und Gemüse funktioniert dieser Instinkt allerdings nicht. Die Tiere fressen es gerne, obwohl es auf Dauer schädlich ist. Genau wie bei uns Menschen: Nicht alles was schmeckt, ist gesund.
Ja. Im Frühjahr nach der Winterstarre starten wir mit saftigen, jungen Wildkräutern. Im Sommer steigt der Anteil an faserreichem, angetrocknetem Futter und Heupellets – das entspricht der natürlichen Vegetationsperiode im Mittelmeerraum. Im Herbst nimmt die Futteraufnahme mit sinkenden Temperaturen und kürzeren Tagen ab. Vor der Winterstarre folgt eine kontrollierte Fastenphase, damit sich der Verdauungstrakt entleeren kann. Wasser muss weiterhin jederzeit zur Verfügung stehen.
Das kommt häufig vor, wenn Tiere zuvor an ungeeignetes Futter (Obst, Gemüse, Salat) gewöhnt wurden. Bleibe konsequent und biete ausschließlich Wildkräuter und Heu an. Es kann einige Wochen dauern, bis deine Schildkröte umsteigt. Kein gesundes Tier verhungert freiwillig, wenn artgerechtes Futter vorhanden ist. Frische Blüten (Löwenzahn, Malve) können den Einstieg erleichtern.
Besonders gefährlich sind Eibe (die giftigste Pflanze für Schildkröten), Buchsbaum, Efeu, Oleander, Lebensbaum (Thuja), Engelstrompete, Fingerhut, Herbstzeitlose und Maiglöckchen. Auch Rhododendron, Azaleen und Wolfsmilchgewächse gehören nicht ins Gehege. Das Tückische: Die Verdauung dauert bei Schildkröten bis zu drei Wochen, sodass Vergiftungssymptome oft erst spät auftreten. Im Zweifel gilt: Pflanze raus aus dem Gehege.
Bestimmte Salate wie Endivie, Romana, Radicchio und Chicoree sind als Notfutter akzeptabel, wenn im Frühjahr noch nicht genug Wildkräuter wachsen. Immer mit getrockneten Kräutern kombinieren. Kopfsalat und Eisbergsalat sind dagegen ungeeignet – kaum Nährstoffe, extrem wasserreich. Grundsätzlich gilt: Salate sind eine Übergangslösung, kein Ersatz für Wildkräuter.
Ja, Landschildkröten trinken regelmäßig und brauchen ständig Zugang zu frischem Wasser. Die Trinkschale muss flach genug sein, dass das Tier sein Maul bequem eintauchen kann. Chronische Dehydration durch fehlende Trinkgelegenheiten ist ein häufiges, unterschätztes Problem, das Nierenschäden verursachen kann. Besonders Jungtiere sind anfällig und profitieren von gelegentlichem Baden in handwarmem Wasser.
Vertiefende Ratgeber:
- Geeignete Futterpflanzen für Landschildkröten
- Grundlagen der gesunden Fütterung – Was, wie viel und wann
- Calcium für Landschildkröten – Sepiaschale, Eierschale und Kalk
- Häufige Fütterungsfehler und ihre Folgen
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